Zeit für Solidarität

Am 6. September wurde in Sachsen-Anhalt gewählt. Das Ergebnis ist da, und es tut weh. Ich spreche zu Ihnen als Diakoniepfarrer unserer Stadt. Als Diakonie und Evangelische Kirche blicken wir heute mit großer Sorge auf die politische Entwicklung in unserem Land. Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei hat über 40 Prozent der Stimmen bekommen. Viele von uns, die täglich für die Schwächsten in unserer Gesellschaft arbeiten, fühlen heute Enttäuschung oder gar Angst. Doch genau deshalb stehen wir hier. Unser Einsatz ist wichtiger denn je! Unser Aufschrei ist wichtiger denn je! Weiterlesen

Eine Welt ohne Selfie-Sticks

1.) Ein Mann trifft in New York in einem Café eine Frau, die exakt so aussieht wie seine Ex-Freundin Debbie. Es stellt sich heraus, dass sie tatsächlich eine Version von Debbie ist, allerdings stammt diese Debbie aus einem Paralleluniversum. Die „echte“ Debbie war nach Australien ausgewandert. Ihre Doppelgängerin nimmt in ihrem Paralleluniversum an einer bizarren TV-Show teil. Sie wurde auf unsere Erde geschickt, um die eine Sache zu finden, die ihre Welt von unserer unterscheidet. Findet sie diese Besonderheit, gewinnt sie eine Million Dollar. Wenn nicht, muss sie für immer in unserer Realität bleiben. In der letzten Runde der Show waren es die Selfie-Sticks, die in ihrer Welt fehlten. Weiterlesen

Nun lass doch mal gut sein!

Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag. Denn an diesem Tag ruhte Gott aus von all seinen Werken, die er geschaffen und gemacht hatte. (1. Mose 2,3)

Ich glaube, jetzt ist mal genug, dachte Gott und lehnte sich zurück. Das reicht so. Obwohl, vielleicht sollte ich die Sonne noch ein Stück wegrücken von der Erde. Nicht, dass das mal zu heiß wird. Aber dann müsste ich alles neu zurechtrücken, also der Kreis der Erde um die Sonne, den Abstand zum Mond. Ach nein, das geht schon so.

Obwohl, da bei den Sternen – sind das genug? Und müssten die nicht ein bisschen heller sein? Wenn die Menschen erst einmal lernen, sich selbst Licht anzumachen, dann sehen sie die Sterne vielleicht nicht mehr. Und die sind schon sehr schön. Ach, ich finde, dieser Himmel, der ganze Kosmos, das sieht richtig gut aus. Weiterlesen

Klarheit statt Eindeutigkeit

Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Wer das Format „ZDF Magazin Royale“ kennt, kennt auch die Anrede, mit der Jan Böhmermann die Zuschauer wöchentlich begrüßt. Das klingt umständlich, vor allem wenn er in einer Sendung die Redewendung mehrmals verwendet. Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Was ist das? Provokation, Ironie? Wahrscheinlich beides. Längst haben wir uns daran gewöhnt, wenn bei einer Stellenausschreibung in Klammern die Kürzel w, m, d für weiblich, männlich, divers stehen. Weiterlesen

Sommerträume

Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben. (Johannes 10,10)

Sommerträume…

ein großer ist an einem Montagabend für viele zerplatzt
kein Sommermärchen
aus – der Sommertraum vom Fußballglück

aber – der Sommer kann natürlich auch noch mehr
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Freibad-Stimmung
blauer Himmel Weiterlesen

Don’t panic!

Es ist erfrischend, wenn jemand außerhalb der eigenen Tradition die Botschaft des Evangeliums aufgreift – wie Jonathan Rauch. Der preisgekrönte US-Journalist (u. a. für The Atlantic) diskutiert im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Sasha Mounk, in welcher Beziehung das Christentum zu Gesellschaft und Demokratie steht. Seine Gedanken erinnern an den Satz von Ernst-Wolfgang Böckenförde: Die Demokratie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann.

Rauchs Aussagen sind umso bemerkenswerter, als er sich selbst als jüdischen Atheisten bezeichnet. Er beleuchtet drei christliche Grundpfeiler, die von der religiösen Rechten oft ins Gegenteil verkehrt werden – und die für Christen wie Nichtchristen gleichermaßen gelten sollten. Weiterlesen

Stadtradeln #4: Stellen Sie sich vor…

Stellen Sie sich vor… Sie schnappen sich morgens Ihr Rad und fahren gemütlich zur Arbeit, zur Universität – oder wohin auch immer Sie müssen… Sie fahren auf einem Radweg, der breit genug ist, damit Sie sich im Straßenverkehr sicher fühlen, und der vielleicht sogar eine sichtbare Abgrenzung zur Straße und zum Fußweg hat… Sie fahren auch nicht allein auf diesem Radweg, denn das Radfahren ist so attraktiv, dass nur wenige Autos fahren und viele Radfahrende unterwegs sind – die alle respektvoll miteinander umgehen… Sie stellen Ihr Rad an einem sicheren Abstellplatz ab und können es – wenn Sie ein E-Rad fahren – mit Solarstrom laden… Der Radschnellweg – und andere Radverbindungen – sind fertig ausgebaut… Weiterlesen

Happy Birthday, Grundgesetz!

Heute feiern wir den 77. Geburtstag unseres Grundgesetzes. 77 Jahre Freiheit. 77 Jahre Menschenwürde. 77 Jahre Demokratie in Deutschland. Ich spreche heute zu Ihnen als Superintendentin der Evangelischen Kirche in Essen und als Sprecherin der Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt.

Wer sind wir, die Allianz? Wir sind ein Bündnis der Zivilgesellschaft in Essen. Gegründet im Jahr 2016 – in einer Zeit, in der viele Geflüchtete nach Deutschland kamen und manche versuchten, Ängste gegeneinander auszuspielen. Damals haben wir gesagt: Nicht mit uns. Weiterlesen

Stadtradeln #3: In Bewegung bleiben

Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apostelgeschichte 17,28)

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt dieses besondere Gefühl: Der Fahrtwind im Gesicht, das gleichmäßige Treten der Pedale, der eigene Atem, der ruhiger wird. Der Körper arbeitet, der Kopf wird frei, und manchmal ordnen sich die Gedanken beinahe von selbst. Bewegung tut gut – nicht nur den Muskeln, sondern auch Geist und Seele. Weiterlesen

Stadtradeln #2: SucheSicherenRadweg – und weitere Wege!

Wer sich auf der Stadtradeln-Homepage angemeldet hat und auch schon die erste Willkommensmail unseres Teamkapitäns Frank Rosinger erhalten hat, wird über den Hashtag #SucheSicherenRadweg gestolpert sein. Sicherlich kann jeder von uns, der mit dem Fahrrad unterwegs ist, sich mit dieser Aussage identifizieren. Einen eigenen Weg zu haben, auf dem man sicher und recht abgeschirmt stressfrei Rad fahren kann – das bieten leider nur unsere niederländischen Nachbarn im großen Ausmaße an. Weiterlesen